01. Juli 2025
đ° Völkerrecht oder die Macht des StĂ€rkeren
Der âBerliner Politikwissenschaftler und WelterklĂ€rerâ Herfried MĂŒnkler meint, kĂŒnftig gelte nur noch das Recht des StĂ€rkeren.
FĂŒr mich ist das keine neue Erkenntnis â das Völkerrecht wurde und wird schon immer nach Belieben ausgelegt.
Bei der Bewertung internationaler Konflikte zÀhlt hÀufig weniger das Recht als vielmehr die eigene moralische Sichtweise.
Gerade deshalb wĂ€re ein ganzseitiger Artikel sinnvoll, der hinterfragt, wie wir als Menschheit mit solchen WidersprĂŒchen umgehen â und wie wir es besser machen könnten.
Doch leider bleibt der Artikel in der alten Logik gefangen: Er will uns offenbar nur davon ĂŒberzeugen, dass der Umgang des Westens mit dem Völkerrecht in Ordnung sei â so wie er ist.
âEs gibt eine Theorie, die nennt sich âThe Tragedy of the Common Goodsâ und beschreibt ausfĂŒhrlich, dass dieses Prinzip zum Scheitern verurteilt ist. Insofern wird es in Zukunft keinen HĂŒter einer regelbasierten Ordnung geben. Auch die USA haben sich in der Zeit des unipolaren Momentums, als sie quasi der HĂŒter der Weltordnung waren, allzu oft als âHerr der Weltordnungâ aufgefĂŒhrt. Statt âuniversalistischer Regelnâ wird es wohl in Zukunft global eher ein dĂŒnnes Regelsystem geben, das vielleicht zwischen den fĂŒnf groĂen MĂ€chten einer Pentarchie ausgehandelt wird, das aber im Prinzip ein sehr viel dĂŒnneres Regelwerk ist als die Vorstellungen, die wir hatten.â (https://pressreader.com/article/281565181753928)