04. Oktober 2026
đ RĂŒstung als Wirtschaftsmotor?
Mir geht es dabei ausdrĂŒcklich nicht um die grundsĂ€tzliche Frage nach RĂŒstung und MilitĂ€r. Dazu gibt es genĂŒgend Grundsatzdiskussionen und auch ich habe dazu meine Meinung.
Mir geht es um die wirtschaftlichen Auswirkungen.
Der deutschen Wirtschaft geht es zunehmend schlechter. Als Ausweg setzen manche Politiker, auch hier in Sachsen, auf mehr RĂŒstungsproduktion. Panzerkomponenten statt Eisenbahnwagen? Marschflugkörper aus Leipzig?
Bei sogenannten âDual-Use-Produktenâ kann das durchaus sinnvoll sein. Bestehende Produkte und FĂ€higkeiten lassen sich zusĂ€tzlich fĂŒr militĂ€rische AuftrĂ€ge nutzen.
Wenn sich Unternehmen und ProduktionskapazitĂ€ten aber vom zivilen zum militĂ€rischen Markt verlagern, sollte man genauer hinschauen. Wie viele Panzer oder MilitĂ€rtransporter lassen sich dauerhaft verkaufen â verglichen mit Autos, Maschinen oder anderen zivilen Produkten? Wie viele Unternehmen profitieren tatsĂ€chlich von einem RĂŒstungsauftrag und wie lange? Was passiert mit den ArbeitsplĂ€tzen, wenn ein Beschaffungsprogramm endet? Und was produzieren wir möglicherweise nicht mehr, wenn FachkrĂ€fte, Investitionen und KapazitĂ€ten zunehmend in die RĂŒstungsindustrie flieĂen?
RĂŒstungsauftrĂ€ge können Umsatz, Investitionen und ArbeitsplĂ€tze schaffen. Ein staatlicher Auftrag ist aber noch nicht automatisch ein nachhaltiger Wirtschaftsmotor.
Deshalb sollte die Frage nicht nur lauten: âWie viel RĂŒstung können wir produzieren?â Sondern auch: âWelche wirtschaftliche Wertschöpfung entsteht dadurch â und wie nachhaltig ist sie?â
Sachlich betrachtet, ohne ideologische Scheuklappen. Aber eben auch ohne die einfache Gleichung: Mehr RĂŒstung = mehr Wirtschaft = mehr Wohlstand.
