18. Januar 2026
đ§âïž BSW â Experiment oder ernsthafte Alternative?
Der Autor dieses Artikel sieht das BSW also als ein âpolitisches Experimentâ? Ich glaube, das BSW wird auch nicht an âinneren WidersprĂŒchenâ scheitern, sondern wenn, dann daran, dass man teilweise WendehĂ€lse und langjĂ€hrige Politiker hofiert und dass manche am liebsten eine Linke 2.0 hĂ€tten. Weiterhin kommt die, vermutlich erforderliche, BĂŒrokratie dazu. Parteien und ihre Strukturen sind wie gröĂere Unternehmen. Die beschĂ€ftigen sich ab einer GröĂe zum groĂen Teil mit sich selbst, werden unflexibel, bauen undurchlĂ€ssige Hierarchien und Machtstrukturen auf. Neue Mitstreiter werden aufgerieben oder vergrault.
Ich zitiere hier mal aus dem Buch âDie Selbstgerechtenâ: âEs scheint, dass unsere Gesellschaft verlernt hat, ohne Aggressionen und mit einem MindestmaĂ an Anstand und Respekt ĂŒber ihre Probleme zu diskutieren. An die Stelle demokratischen Meinungsstreits sind emotionalisierte Empörungsrituale ,moralische Diffamierungen und offener Hass getreten.â
Dieses stĂ€ndige Einordnen in links oder rechts ist Teil des Problems. Es ersetzt Denken durch Reflexe. Das BSW bietet die Chance, aus diesen Denkschablonen auszubrechen und Politik wieder an realen LebensverhĂ€ltnissen auszurichten â an Löhnen, Mieten, Energiepreisen, Frieden und sozialem Zusammenhalt. Wenn wir anfangen, uns selbst zu erklĂ€ren, statt unsere Inhalte zu vertreten, dann machen wir den gleichen Fehler wie andere Parteien vor uns. Das BSW darf kein Sammelbecken fĂŒr politische Eitelkeiten werden, sondern muss klar bleiben in seinem Anspruch: soziale Vernunft, wirtschaftliche RealitĂ€t und Frieden.
Viele Menschen drauĂen interessiert nicht, wie wir uns ideologisch verorten. Sie wollen wissen, ob ihre Sorgen ernst genommen werden. Ob jemand ihre LebensrealitĂ€t versteht. Ob Politik wieder verlĂ€sslich, ehrlich und nachvollziehbar wird.
âSicherlich, es gibt kein Patentrezept, damit wieder mehr Vertrauen entstehen kann. Und es wĂ€re allzu wohlfeil, einfach eine âbessere Politikâ einzufordern. Doch gerade darin liegt die eigentliche Pointe des politischen Experiments BSW. Die Partei droht, nicht nur an ihren inneren WidersprĂŒchen zu scheitern, sondern an den Erwartungen, die ihr vor allem in Ostdeutschland entgegengebracht wurden â Erwartungen, die aus jahrelanger EnttĂ€uschung ĂŒber politische ReprĂ€sentation gewachsen sind.â
https://pressreader.com/article/281517937518046
